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Leben mit Erdnussallergie ist eine Initiative der Aimmune Therapeutics Germany GmbH, München. Gemeinsam mit Betroffenen, Patientenorganisationen, Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen setzt sie sich für die Bedürfnisse von Erdnussallergiker:innen und gegen die Stigmatisierung durch ihre Krankheit ein. Das Ziel ist der offene Dialog und ein gegenseitiges Verständnis von Betroffenen und Nichtbetroffenen.

Gerne vermitteln wir Experten und Erdnussallergiker:innen zu speziellen Fragen rund um das Thema Erdnussallergie – für Ihre Hintergrundberichte, tagesaktuelle Expertenmeinungen, Interviews oder Bild- und Videoanfragen.

Sie finden hier die aktuellen Pressemeldungen der Initiative Leben mit Erdnussallergie. Wenden Sie sich bei Fragen gerne an:

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ANNE MALIN
Dipl. Oecotrophologin

+49 89 46148615
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Erdnüsse sind keine Peanuts

Deutscher Lebensmittelallergietag am 21. Juni: Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter einer Lebensmittelallergie. Die Erdnuss ist einer der häufigsten und stärksten Auslöser einer schweren allergischen Reaktion. Laut einer aktuellen Studie haben viele Betroffene Ängste und erfahren Ausgrenzung. Nichtbetroffene dagegen wissen sehr wenig über die Erkrankung. Die Initiative www.leben-mit-erdnussallergie.de klärt auf.

11. Juni 2021 – „Kann Spuren von Erdnüssen enthalten“ – für die meisten von uns ist dieser kurze Satz auf der Verpackung von Lebensmitteln nicht weiter von Bedeutung. Für Personen mit einer Erdnussallergie hingegen kann er überlebenswichtig sein. Zwischen 0,5 und 1 Prozent der Kinder in Deutschland haben an dieser Form der Allergie zu knabbern [1]. Sie müssen jeglichen Kontakt mit Erdnüssen vermeiden und stets ein Notfallset mit sich tragen. Denn schon bei versehentlichem Kontakt mit kleinen Mengen des Erdnussproteins droht ein anaphylaktischer Schock, der tödlich enden kann. Nichtbetroffenen fällt es oft schwer, sich auf Menschen mit Erdnussallergie einzustellen und deren Verhalten zu verstehen, denn sie kennen diese Form der Nahrungsmittelallergie kaum.

Lebensmittelallergietag macht aufmerksam
„Höchste Zeit für eine bessere Aufklärung!“, fordert daher die Initiative „Leben mit Erdnussallergie“, die sich gemeinsam mit Betroffenen, Patientenorganisationen, Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen für eine bessere Wahrnehmung und mehr Verständnis bei Nichtbetroffenen einsetzt. Was viele nicht wissen: Die Erdnussallergie ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, bei der die Betroffenen auf die Unterstützung ihrer Mitmenschen angewiesen sind.

Dies ist auch Thema des Deutschen Lebensmittelallergietags am 21. Juni, der vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (www.daab.de) ausgerufen wurde. Der Bedarf an Information ist groß: Schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung haben eine Nahrungsmittelallergie [2, 3, 4]. Auf dem Lebensmittelallergietag stehen dieses Jahr Auslöser, zeitgemäße Methoden des Alltagsmanagements und konkrete Hilfestellungen bei Nahrungsmittelallergien auf dem Programm.

Wenn Essen zum Risiko wird
Seit sie denken kann, kämpft auch die 13-jährige Milla aus Berlin mit ihrer Erdnussallergie: Sie hatte schon allergische Reaktionen nach einem Give-me-five-Handschlag mit einem Bekannten, der zuvor Erdnüsse gegessen hatte. Dies ist keine Einzelfallgeschichte: „Erdnüsse zählen zu den häufigsten und stärksten Auslösern schwerer allergischer Reaktionen, der sogenannten Anaphylaxie“, bestätigt der Kinderarzt und Allergologe Dr. Peter Eberle aus Kassel. Sie kann mehrere Regionen des Körpers gleichzeitig erfassen: Hautausschläge, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, der Kreislauf kann kollabieren. Ohne einen Adrenalin-Notfall-Pen kann das lebensbedrohlich enden, so Dr. Eberle.

Erdnüsse ein Leben lang tabu
„Erdnüsse gehören zu den Lebensmitteln, die bei entsprechend empfindlichen Patienten auch in geringen Mengen zu schweren Folgen führen können“, erklärt Sabine Schnadt vom DAAB. Die kritische Menge kann von Person zu Person variieren, bei Milla ist das bereits ein Dreißigstel einer Erdnuss, hatte ihr Allergologe festgestellt.

Für Menschen mit Erdnussallergie heißt es ein Leben lang: Erdnüsse sind verboten. Aber so einfach ist diese Vermeidungsstrategie nicht einzuhalten. Untersuchungen zeigen, dass 60 Prozent der Kinder über einen Zeitraum von fünf Jahren unbeabsichtigt mit Erdnüssen in Kontakt kommen. [5]. Einige Betroffene schützen sich sogar mit einem Hund als ständigem Begleiter, der Spuren von Erdnüssen erschnüffeln kann. Das allergieauslösende Erdnussprotein kommt nicht nur in Flips, Erdnussbutter oder asiatischen Gerichten vor. Es kann auch in Süßigkeiten, Backwaren und Fertiggerichten enthalten sein, übertragen etwa durch Produktions- und Verpackungsanlagen. Auch bei privaten Einladungen, im Urlaub, bei der Klassenfahrt oder dem Sommerfest – also überall, wo Lebensmittel und Essen eine Rolle spielen – kann es zu einem zufälligen Kontakt kommen. Daher sind Betroffene auf das Verständnis und die Unterstützung ihrer Mitmenschen angewiesen.

Seelische Belastung und Stigmatisierung
Die Dauergefahr erzeugt Stress. Die aktuelle, erst 2020 publizierte Studie APPEAL-1 zur Lebensqualität von Erdnussallergiker:innen [6] fand in Deutschland bedenkliche psychosoziale Folgen: Gut die Hälfte (52 Prozent) der Betroffenen litten besonders häufig unter Angst in Verbindung mit ihrer eigenen Erdnussallergie oder der eines Familienmitglieds. 65 Prozent berichten von sozialer Isolation und 43 Prozent von Schikanen. Sehr oft wird die Erdnussallergie daher von den Betroffenen verheimlicht. Auch Milla musste schon nach ihrem ersten Grundschuljahr die Schule wechseln, weil die Lehrerin überfordert war und Mitschüler:innen sie gemobbt hatten. Um kleinen und großen Erdnussallergiker:innen solche Erfahrungen zu ersparen, ist Aufklärung also gerade auch bei Nichtbetroffenen besonders wichtig!
Milla hat sich nie isoliert und sich immer mit ihren Mitmenschen auseinandergesetzt. Sie ist so zu einer selbstbewussten Jugendlichen gereift – und zu einem Organisationstalent! Ihr Motto: „Ich beherrsche die Erdnussallergie, nicht sie mich!“

Leben mit Erdnussallergie ist eine Initiative der Aimmune Therapeutics Germany GmbH, München. Gemeinsam mit Betroffenen, Patientenorganisationen, Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen setzt sie sich für die Bedürfnisse von Erdnussallergiker:innen und gegen die Stigmatisierung durch ihre Krankheit ein. Das Ziel ist der offene Dialog und ein gegenseitiges Verständnis von Betroffenen und Nichtbetroffenen. www.leben-mit-erdnussallergie.de.


Quellen
1 bea – Stiftung zur Behandlung von Erdnussallergien. Online verfügbar unter: www.bea-stiftung.com. Zuletzt abgerufen 1. Juni 2021.

2 Bergmann KC, Heinrich J & Niemann H. Aktueller Stand zur Verbreitung von Allergien in Deutschland. Allergo J 25, 22–26 (2016). 

3 Langen U, Schmitz R, Steppuhn H. Häufigkeit allergischer Erkrankungen in Deutschland. Bundesgesundheitsbl 2013·56:698–706. 

4 Gupta RS, Warren CM, Smith BM, Jiang J, Blumenstock JA, Davis MM, Schleimer RP, Nadeau KC. Prevalence and Severity of Food Allergies Among US Adults. JAMA Netw Open. 2019 Jan 4;2(1):e185630. 

5 Vander Leek TK, Liu AH, Stefanski K, et al. The natural history of peanut allergy in young children and its association with serum peanut-specific IgE. J Pediatr 2000;137(6):749–55. 

6 DunnGalvin A, Blumchen K, Timmermans F, et al. APPEAL-1: A multiple country European survey assessing the psychosocial impact of peanut allergy. Allergy 2020 Nov; 75(11):2899–2908.

Medienkontakt
Dipl.-Oecotroph. Anne Malin, amalin@aimmune.com, (+49) 89 46148615

Unter www.leben-mit-erdnussallergie.de steht Ihnen in Kürze Bildmaterial zum Download zur Verfügung.

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10 Fakten zur Erdnussallergie 

Was auch alle diejenigen wissen sollten, die nicht von dieser Nahrungsmittelallergie betroffen sind.

1 Nahrungsmittelallergien nehmen zu: Spitzenreiter Erdnuss
Erdnüsse zählen zu den häufigsten und heftigsten Auslösern einer Nahrungsmittelallergie. In Deutschland sind 0,5 bis 1 Prozent aller Kinder betroffen [1].

2 Prognose: bleibt häufig ein Leben lang
Häufig verändert sich bei allergischen Kindern die Empfindlichkeit im Laufe der Entwicklung: Die Allergie kann deutlich schwächer werden. Eine Erdnussallergie ist hartnäckiger: Sie bleibt bei 4 von 5 Betroffenen ein Leben lang bestehen [2].

3 Symptome: schwer einzuschätzen
78 Prozent der Betroffenen sind sich nicht sicher, wie sie die Symptome einer allergischen Reaktion erkennen können, und 88 Prozent wissen nicht sicher, wann ein Notfallmedikament einzusetzen ist. Dies sind Erkenntnisse aus der APPEAL-1-Studie aus dem Jahr 2020, in der die Lebensqualität von Menschen mit Erdnussallergie in Europa untersucht wurde [4].

4 Notfall: ab in die Klinik
48 Prozent der Befragten in Deutschland mussten aufgrund einer allergischen Reaktion auf Erdnüsse schon einmal zur Notfallversorgung ins Krankenhaus [3]. 

5 Anaphylaxie: wissen, was zu tun ist
Eine Anaphylaxie ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Schlimmstenfalls kann sie lebensbedrohlich verlaufen. Deshalb sollten Erdnussallergiker immer einen Notfallpass und ihr Notfallmedikament bei sich haben, in der Regel ein sogenannter Adrenalin-Autoinjektor. Kann er aufgrund der anaphylaktischen Beschwerden nicht mehr selbst bedient werden, muss eine Hilfsperson das Adrenalin geben – und dann sofort über 112 Rettungskräfte rufen. 

6 Dauerthema: Angst vor der nächsten schweren Reaktion
Erdnüsse lösen unter den Nahrungsmittelallergien am häufigsten anaphylaktische Reaktionen, also besonders starke, mehrfache allergische Symptome, aus. Einer der wesentlichen Gründe, warum 52 Prozent der deutschen APPEAL-1-Studienteilnehmer Ängste im Zusammenhang mit ihrer Allergie entwickeln [4].

7 Verständnis: Unterstützung von Vorsichtsmaßnahmen
65 Prozent der Befragten aus der APPEAL-1-Studie fühlten sich durch die Erdnussallergie isoliert. Sie können für Außenstehende schnell mal „zickig“ rüberkommen, wenn sie explizit nach Essenszutaten fragen, auf getrennte Zubereitung von allergenfreier Nahrung achten oder niemals Geschirr teilen. Doch dieses Verhalten ist genau richtig. Nichtbetroffene sollten sie bei dieser Achtsamkeit unterstützen. Zum Beispiel: Auf dem Spielplatz nicht ungefragt Lebensmittel an ein Kind weitergeben oder nicht ärgerlich reagieren, wenn jemand selbst gebackene Lebensmittel ablehnt.Nützliche Informationen dazu geben der Deutsche Allergie- und Asthmabund (www.daab.de) sowie das Netzwerk Nussallergie NAN e. V.(www.nussallergie.org).

8 Ernst nehmen: Empathie nimmt Angst
Ob in der Schule oder am Arbeitsplatz, sogar manchmal in der Arztpraxis – nicht immer wird die Erdnussallergie ausreichend ernst genommen. So erhalten nur 31 Prozent der Betroffenen ärztliche Beratung und Unterstützung und 28 Prozent wurde kein Adrenalin-Autoinjektor verschrieben [3].Dabei können direkte Kontaktpersonen den Erdnussallergikern viel Angst nehmen und Unterstützung geben, wenn sie das Thema ernst nehmen. Oft hilft schon Empathie.

9 Lebensmittelkennzeichnung: nicht eindeutig
Als hochallergenes Lebensmittel zählt die Erdnuss zu den 14 häufigsten Allergieauslösern, die seit einigen Jahren auf Lebensmittelverpackungen, aber auch bei loser Ware (z. B. Bäckerei, Restaurant, Catering) als Zutat gekennzeichnet werden müssen. Dagegen ist der Aufdruck „Kann Spuren von … enthalten“ freiwillig. Fehlt er, heißt das also nicht, dass eine sogenannte Kreuzkontamination in Produktions- oder Verpackungsanlagen ausgeschlossen werden kann.

10 Erdnuss: gar keine Nussfrucht
Von ihrer Struktur und Form her halten wir die Erdnuss für eine Nuss. Botanisch gehört sie aber, wie Erbsen, Bohnen oder Sojabohnen, zur Familie der Hülsenfrüchte. Wer also auf die ursprünglich aus Südamerika stammende Frucht allergisch reagiert, hat eigentlich keine Nussallergie. Dies führt laut DAAB häufig zu Verwirrung und Verwechslung – zum Beispiel beim richtigen Deuten von Allergen-Hinweisen.

Leben mit Erdnussallergie ist eine Initiative der Aimmune Therapeutics Germany GmbH, München. Gemeinsam mit Betroffenen, Patientenorganisationen, Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen setzt sie sich für die Bedürfnisse von Erdnussallergiker:innen und gegen die Stigmatisierung durch ihre Krankheit ein. Das Ziel ist der offene Dialog und ein gegenseitiges Verständnis von Betroffenen und Nichtbetroffenen.
www.leben-mit-erdnussallergie.de.

Quellen
1 bea – Stiftung zur Behandlung von Erdnussallergien. Online verfügbar unter: www.bea-stiftung.com. Zuletzt abgerufen 1. Juni 2021.

2 Stiefel G, Anagnostou K, Boyle RJ, et al. BSACI guideline for the diagnosis and management of peanut and tree nut allergy. Clin Exp Allergy 2017;47(6):719–39.

3 Blumchen K, DunnGalvin A, Timmermans F, et al. APPEAL‐1: A pan‐European survey of patient/caregiver perceptions of peanut allergy management. Allergy 2020;75(11):2920–35.

4 DunnGalvin A, Blumchen K, Timmermans F, et al. APPEAL‐1: A multiple country European survey assessing the psychosocial impact of peanut allergy. Allergy 2020;75(11):2899–2908.

Medienkontakt
Dipl.-Oecotroph. Anne Malin, amalin@aimmune.com, (+49) 89 46148615
Unter www.leben-mit-erdnussallergie.de steht Ihnen Bildmaterial zum Download zur Verfügung.

Stand: Juni 2021

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